PlusEnergie-Haus Überbauung in Möriken

ObjektMFH Neubau Überbauung
BausystemHolzelementbau
 Hybridbau
Energiestandard Minergie-P-ECO
 PlusEnergie-Haus
Labelnoch offen
Fertigstellung2019

PlusEnergie-Haus Überbauung in Möriken – durchdachte Energieeffizienz. Vier Mehrfamilienhäuser bestechen durch ihre Nachhaltigkeit

Setz Architektur und Immo Treier AG realisieren in Möriken eine zukunftsweisende Mehrfamilienhausüberbauung, die auf dem Gebäudekonzept swisswoodhouse der Renggli AG basiert. Energetisch optimiert, mit Fokus auf Solarstrom, einem neuartigen „Energieverbrauchs-manager“ und hoher Eigenstromnutzung stellt das Projekt Möriken einen weiteren Beitrag für die schweizerische Energiewende dar.

In Möriken entsteht eine Wohnüberbauung nach einem besonderen architektonischen Konzept: das auf Raummodulen basierende System „swisswoodhouse“ der Renggli AG wurde durch Setz Architektur für drei Mehrfamilienhäuser umgesetzt. Eines wird als reiner Holzbau realisiert, zwei sind Hybridbauten, deren Aussenwände und Fassaden aus Holz sind. Das vierte Gebäude der Überbauung ist ebenfalls ein Hybridbau, der einem anderen Grundrisskonzept folgt. Die vier Gebäude sind U-förmig auf dem Grundstück platziert und schaffen auf der Parzelle einen grossen zusammenhängenden Aussenraum für die Interaktion der Bewohner innerhalb von Gartenpavillon, Spielwiese und Spielgeräten. Durch direkte Zugänge vom Treppenhaus fliessen Garten-, Aussenraum und Innenräume ineinander. Das Wohnungskonzept umfasst 36 Miet- und Eigentumswohnungen. Durch das modulare Raumkonzept können verschiedene Wohnungsgrössen mit 1½, 2½, 3½ und 4½-Zimmer-Wohnungen und damit eine bewusste gesellschaftlichen Durchmischung von Einzelpersonen, Paaren und Familien abgebildet werden.

Energieeffizienz durch und durch

Leitthema der Überbauung ist die Energieeffizienz, weshalb die Mehrfamilienhäuser im Standard Minergie-P-Eco erstellt werden. Um rundum nachhaltige Gebäude zu schaffen, ordnet sich der architektonische Entwurf der Energieeffizienz unter. Die optimale Nutzung von Raum, Material und Ressourcen sind dabei essentiell. Der Gebäudehülle kommt dabei nicht nur als äussere Begrenzung des Wohnraums, funktionales Element und ästhetisches Erscheinungsbild des Gebäudes hohe Bedeutung zu, sondern sie wird zusätzlich zur Optimierung der Energieeffizienz genutzt.
In diesem Projekt sind Solar-Panels derart in den Fassaden integriert, dass sich architektonische Ästhetik und Energieeffizienz synergetisch ergänzen. Die Flächenberechnung der Solar-Panels und des solaren Deckungsgrades erfolgte mit dem Ziel einer positiven Jahresenergiebilanz und eines wirtschaftlichen Einsatzes der Energiequelle Solarstrom. Mit Rücksicht auf das Erscheinungsbild des Gebäudes wurden Fenster und Loggien innerhalb des Raumkonzeptes so angeordnet, dass ausreichend grosse Flächen an der Aussenwand zur Verfügung stehen und gleichzeitig die Holzfassade innerhalb der gedachten Architektur zur Geltung kommt.
Da Nachhaltigkeit auch dem wirtschaftlichen Aspekt Rechnung trägt, wird der Unterhaltsaufwand der Fassade durch holzbautechnische und konstruktive Massnahmen, wie z.B. Übergang zum Erdreich und Sockelanschluss, optimiert und sogar bei der Farbgebung anhand einer vorvergrauenden Lasierung berücksichtigt.

Mit eigener Energieproduktion zum PlusEnergie-Haus

Sämtliche Betriebsenergie für Heizung, Warmwasser, Lüftung, Allgemeinstrom und Haushaltsstrom für die Wohnungen wird durch die PV-Anlagen auf dem Dach des Attikageschosses, auf den Attika-terrassenbrüstungen und partiell in diversen Süd-, Ost- und Westfassaden erzeugt.
Die Planwerte der PV-Anlagen sind so berechnet, dass diese in der Jahresbilanz mehr produzieren als die ganze Arealüberbauung an Energie benötigt. Der Gesamt-Energieverbrauch des Gebäudes wird über eine Software gesteuert und ist darauf ausgerichtet, einen möglichst hohen Eigenverbrauch des selbst produzierten Solarstromes zu erwirken. Die schweizerische Software-Innovation «Eigenverbrauchsmanager» bezieht alle relevanten Aspekte für eine optimale Energienutzung ein:
Nutzung der Gebäudemasse und des Warmwassers als thermischer Speicher zum Ausgleich fallender Aussentemperaturen, Abstimmung der modulierenden und wettergesteuerten Sole-Wasser-Wärmepumpe auf die verfügbare solare Leistung sowie solaroptimierter Betrieb von elektrischen Geräten und der Ladung der im Gebäude stationierten Elektroautos. Die Entwicklung des Eigenverbrauchsmanager ist ein Pilotprojekt, das vom Bundesamt für Energie unterstützt und von der FHNW Brugg im Betrieb überwacht und ausgewertet wird.

Wohnen – gesund und bewusst

Gesunder Wohnkomfort wird bei Bauten nach Minergie-Eco grossgeschrieben. Moderne und nutzerfreundliche Komfortlüftungen sorgen für eine erstklassige Qualität der Raumlauft und eine automatische Steuerung der Luftzufuhr je nach Bedarf. Das Sole-Wasser-Wärmepumpensystem erlaubt im Sommer die Wärmepumpe passiv laufen zu lassen, um mit dem «erdgekühlten» Wasser die Wohnungen über das Bodenheizungsverteilnetz zu kühlen. Im Winter bewirken die gut isolierenden Holzwände der Gebäude ein angenehmes, warmes Temperaturempfinden.

Das Smart-Metering in den Wohnungen erlaubt eine exakte und flexible Auswertung des selbst genutzten Solarstromes und führt zu einem Bonussystems für die Bewohner: Wird kein eigener Strom produziert, zahlt der Bezüger den normalen Tarif des Stromversorgers. Steht genügend solarer Strom zur Verfügung, fällt der Strompreis im besten Fall (bei Solarstromüberschuss) auf Stufe Niedertarif. Das Bonussystem motiviert die Bewohner, den selbst produzierten Solar-Strom zu sinnvollen Zeiten zu nutzen. Die Software kann ausserdem automatisch die jährliche Energieabrechnung für alle Strombezüger generieren. Diese Transparenz bringt den Bewohnern anschaulich Klarheit zu ihrem Nutzungsverhalten und ermöglicht eine unmittelbare Belohnung eines nachhaltigen Energieverbrauchs.

Die Überbauung ist bereits jetzt auf die Nutzung von Elektrofahrzeugen ausgelegt. So kann jeder Tiefgaragenparkplatz mit einer Ladestation ausgestattet werden, die selbstverständlich mit dem Energieverbrauchsmanager gekoppelt ist.

Dass dieses Gesamtkonzept eines nachhaltigen Bauens und Nutzens einer Immobilie gut ankommt, zeigt die Tatsache, dass nur noch fünf Eigentumswohnungen zu kaufen sind.